Holtmann Saaten

Klimawandel: Was kann an Kulturen bleiben, was kann weg?

Sonne

Wie reagiere ich als Landwirt auf den Klimawandel

Der Mais gab auf vielen Feldern dieses Jahr ein trauriges Bild ab. Was bleibt ist Ratlosigkeit. Wie soll es weitergehen? Oftmals wird geraten neue Fruchtfolgen einzuführen. Aber so einfach ist das nicht. Für neue Kulturen fehlt oft das Know-how, was man sich über die Jahre für die Sorten angeeignet hat, die man bisher angebaut hat.

Maisfeld

Istzustand – Kulturen unter Beobachtung

Nicht nur der Mais hat dieses Jahr vielerorts schlecht abgeschnitten. Auch der Hafer steht in der Fruchtfolge unter Beobachtung. In drei von vier Jahren hat es unter Hafer schlechte Ernten gegeben, so dass mancher nach 2023 überlegt, die Frucht überhaupt noch anzubauen.

Was bedeutet das für uns? Das es einige Kulturen in unseren Breitengraden nicht mehr geben wird?

kuh mit Schuhen

Muss ich jetzt alles umschmeißen?

Experten sind der Meinung, dass Getreidesorten wie Weizen, Gerste oder Winterrogen weiterhin in Deutschland angebaut werden können. Aber, man muss ganz genau schauen, welche Sorten geeignet sind und muss diese gegebenenfalls anpassen.

Bisher stand bei den Züchtungen von Weizen, Mais, Roggen und Zuckerrüben der Ertrag im Vordergrund. Erntemasse vor Pflanzengesundheit

Labor

Warum dauert das so lange bis neue Sorten am Markt sind?

Bislang wurde der Fokus nicht auf Wassereffizienz gelegt, das scheint sich aber gerade zu ändern. Schade nur, dass es 8-10 Jahre dauert bis eine neue Sorte gezüchtet, getestet und vom den Landessortenämtern zugelassen ist. Nur mit einer Zulassung darf das Saatgut ausgebracht werden.

trockenes Maisfeld

In welchen Regionen ist der Klimawandel schon angekommen?

Die Sorge um die Zukunft wächst bei vielen Landwirten. So wird der Weizenanbau im Nordosten Deutschlands immer problematischer. Besonders in Brandenburg sinkt der Jahresertrag von Winterweizen jährlich. Ebenso betroffen sind Teile von Franken, Hessen, Niedersachsen und die Schweinfurter Region.

USA flag

Problematik Maisanbau USA – Einfach die Anbaugebiete gen Norden verschieben?

Durch den schnell voranschreitenden Klimawandel steht der Mais besonders unter Druck, wie man dieses Jahr besonders gut beobachten konnte. Die hohen Temperaturen und der ausbleibende Regen in vielen Anbauregionen fordern ihren Tribut. Besonders in den USA, im Cornbelt, leidet man unter den Verlusten durch die Klimafolgen.

Wissenschaftler studierten diese Region eingehend anhand von Computermodellen und suchten nach Gegenmaßnahmen, um die Einbußen zu kompensieren. Beispielsweise indem man am Computer mit komplizierten Berechnungen das Anbaugebiet nach Norden verschob.

In der Theorie hört sich das Ganze simpel an: Einfach alles um 400-500 Kilometer gen Norden verschieben und fertig. Was die Wissenschaftler aber herausfanden, war, dass es im Norden nicht nur kühler ist, sondern auch Spätfröste herrschen. Diese könnten für schnelle und immense Schädigungen des Maisbestandes führen.

Die Computermodelle können Sonneneinstrahlung, Niederschläge und deren Auswirkungen auf Böden aus verschiedenen Szenarien von Klimamodellen berechnen.

Anschließend analysierte man, welche Pflanzen wo auf der Welt angebaut wurden und wie die Pflanzen auf die Bedingungen des Wettermodells reagierten. Anhand dieser Daten berechneten sie dann, wie die Ernte unter verschiedenen Bedingungen abschneiden würde.

Wenn beispielsweise der Pflanztermin als auch der Erntetermin nach vorne verschoben werden, damit es nicht so heiß wird, werden die Pflanzen leider anfälliger für Spätfröste im Frühjahr.

Man bleibt am Ball und führt die Untersuchungen fort mit den Parametern Sortenwahl, Aussaattermin und Verschiebung der Anbauflächen. Eine einfache Lösung wird es allerdings nicht geben.

Straußenvogel

Was sind die Alternativen?

Diversität und Fruchtfolgen werden immer wieder als Chance angepriesen. Und tatsächlich greifen immer mehr Landwirte in die Trickkiste und probieren verschiedenste Kulturen aus.

Jetzt kommt das Aber: Ganz so einfach ist das nicht, wie sich mancher Theoretiker das denkt. Denn jeder Landwirt besitzt ganz spezielles Know-how, welches er sich über Jahre und Jahrzehnte angeeignet hat.

Mit diesem Wissen kann er genau sagen, in welchen Abständen gesät, wann gedüngt und wann geerntet wird. Wir sprechen hier von taggenauen Abläufen.

Für neue Kulturen, muss erstmal das Geld und der Mut aufgebracht werden, um neue Wege gehen zu können. Und dann muss da natürlich noch der Ertrag stimmen, damit sich das Ganze auch lohnt.

Wann sich der Anbau einer neuen Frucht lohnt, ist betriebsindividuell. Wir empfehlen den Landwirten circa 5-10 ha Anbaufläche einer neuen Kultur, damit der Anbau rentieren kann und man ein neues Silo dafür aufmachen kann.

Allerdings gerät so mancher Landwirt unter Druck, da die neuen Sorten auch gleich höhere Kosten bedeuten. Viele trockenresistente Energiepflanzen gibt es zu guten Preisen in unserem Shop. Auch Mais, aber dieses Jahr ist das Angebot stark begrenzt.

Soja

Der deutschlandweite Sojaanbau ist noch ein Hirngespinst?

Die Nachfrage nach Soja nimmt zu. Das macht den Anbau für deutsche Landwirte zunehmend attraktiv. Der Bedarf an heimischen Eiweißfuttermitteln ist sehr hoch. Und die Sojaproteine sind, denen von anderen Leguminosen weit überlegen.

Das Geschäft mit Soja ist rentabel. Seit 2016 ist der Weltmarktpreis für Sojabohnen durchschnittlich um 9,2 % pro Jahr gestiegen. Deshalb kostet eine Tonne Soja momentan circa 560 Euro (Stand 03.06.2022).

In den USA wird Soja seit Jahren als reine Mais-Soja-Furchtfolge angepflanzt. Dabei zeigt sich Soja als wenig empfindlich gegenüber Fruchtfolgekrankheiten.

Außerdem hat die Sojabohne nicht so einen hohen Schädlingsdruck wie beispielsweise Raps, Zuckerrübe oder Weizen.

Bei der Raps-Getreide-Fruchtfolge würde Soja als Sommerung die Fruchtfolge entzerren. Als Blattfrucht ermöglicht Soja sowohl eine Zwischenfrucht als auch den Anbau von Blattfruchtweizen.

Soja wandert immer weiter in den Norden Deutschlands, was vor ein paar Jahren noch undenkbar war, ist nun teilweise schon Praxis. Durch züchterische Erfolge lässt sich Soja sogar in Teilen von Mecklenburg erfolgreich anpflanzen.

Saflor, Färberdistel

Saflor – abgefahrene Frucht

Saflor würde früher zum Färben verwendet, deshalb trägt sie auch den Namen Färberdistel. Aber eigentlich gehört sie zu den Öldisteln, die schon bald den Raps ersetzen könnten. Momentan wird sie zu diesem Zweck züchterisch bearbeitet.

Das Interesse an dieser Pflanze steigt. Denn Saflor ist sehr robust und weitestgehend trockenheitsresistent. Ihre Wurzeln reichen tief in den Boden, um dort an Wasser zu gelangen.

Das Öl ist bislang noch nicht sehr populär, aber die Zuchtversuche sollen den Ölgehalt und die Trockenresistenz der Färberdistel noch zu steigern, um es massenkompatibel zu machen. Das Öl der Pflanze enthält essenzielle Fettsäuren. Saflor hat das Potenzial zur Pflanze der Zukunft und das als eigentlich alte Frucht.

trockenes Maisfeld

Spielt Mais demnächst überhaupt noch eine Rolle?

Zu den problematischen Kulturen gehört leider auch der Mais. Herrschen hohe Temperaturen in Kombination mit Trockenheit zum falschen Zeitpunkt, so stellt die Pflanze die Befruchtung ein oder und sie bildet keinen Kolben aus. Oder die Kolben bleiben klein.

Mais hat aber trotzdem immer noch Potenzial. Der Schlüssel dafür sind die richtigen Zwischenfrüchte, die nach den Hauptkulturen ausgebracht werden. Sie können auch als Gründünger dem Mais helfen.

Nimmt man die richtigen Zwischenfrüchte oder eine Mischung, dann wird nicht nur die Bodenerosion verringert, es werden auch weniger Nährstoffe ausgewaschen und es baut sich mehr Hummus aus. Dies wiederum bedeutet mehr Wasseraufnahme und Wasserspeicherkapazität sowie Biodiversität.

Momentan erforscht man, welche Zwischenfrüchte bei Trockenheit helfen. Und davon kann auch der Mais profitieren. Denn die abgestorbenen Wurzeln der Zwischenfrüchte hinterlassen kleine Kanäle, die Wasser speichern.

Und der Mais kann diese Kanäle nutzen, um in tiefere Bodenschichten vorzudringen. Ein Vorteil ist, dass man sich das tiefe Pflügen sparen kann, was den Boden austrocknet. Besser ist es neue Fruchtfolgen und Zwischenfrüchte auszuprobieren.

Sorghum, oder Hirse, verhält sich zum Beispiel anders. Die Pflanze bleibt in ihrer Entwicklung stehen und wartet auf Wasser. Sobald sie das bekommt, bildet sie ihre Körner aus.

Sorghum_Hirse

Sorghum als Maisersatz?!

Sorghum hat das Zeug dazu, Silomais zu ersetzen, bislang reicht aber der Kornaufschluss noch nicht aus, um denselben Energiegehalt wie Silomais zu erreichen. Trotzdem ist Sorghum eine gute Ergänzung zum Energiemais und kann sogar mit ihm zusammen gemäht und siliert werden.

Sorghum übersteht Trockenperioden vegetativ besser und verspricht höhere Trockenmasseerträge als Mais, wenn der Sommer sehr trocken wird. Sorghum wächst im Gegensatz zu Mais nach einem kurzen Wachstumsstillstand weiter, vertrocknet aber nicht.

Der Maiswurzelbohrer spielt bei Sorghum keine Rolle, da sich die Larven des Maiswurzelbohrers nicht an den Sorghumwurzeln zu Käfern entwickeln können.

Sorghum benötigt keine anderen Maschinen als Mais, es wird genauso angebaut, gepflegt und geerntet.

Welt

Fazit

Seiner Zeit voraus? Konsumverhalten ändert sich nur langsam

Klar ist, dass man nicht von einem Tag auf den anderen sagen kann, wir stellen jetzt alles um. Die alten Kulturen ersetzen wir durch Neue. Aber was würden die Konsumenten sagen? Man kann nur das produzieren, was auch nachgefragt wird. Es bringt nichts Linsen zu produzieren, wenn der Konsument gar nicht weiß, was er damit anfangen soll. Gewohnheiten können sich ändern, aber die Frage ist, wie schnell geht das?

Deshalb haben wir Landwirte gezwungenermaßen die Aufgabe unsere bestehenden Dinge besser zu machen. Das Nonplusultra ist deshalb, den Klimawandel zu verlangsamen, um mehr Zeit zu gewinnen.

Denn zum einen haben wir gesehen, dass neue Sortenzüchtungen ein fixes Zeitfenster haben. Und zum anderen müssen wir uns als Landwirte zu neuen Kulturen erstmal wieder Wissen aneignen. Theorie und Praxis – da scheint noch eine sehr große Lücke zu existieren.

CO2-Emissionnen zu reduzieren ist die einzige Möglichkeit und um das Horrorszenario zu stoppen. Dann werden auch wir Landwirte und Konsumenten mehr Zeit haben sich umzustellen. Wenn es aber so weitergeht wie bisher, dann wird sich bis 2032 das Klima so weit verändert haben, dass Landwirte mit dem Know-how von jetzt nicht mehr weiterkommen.

Klimaschutz-Sofortprogramm durch das BMEL

Am 23. Juni 2021 wurde vom Bundeskabinett das Klimaschutzgesetz beschlossen. Seit 2022 gibt es das Klimaschutz-Sofortprogramm mit zusätzlichen 8 Milliarden Euro für konkrete Klimaschutzmaßnahmen. Der Sektor Landwirtschaft und Landnutzung profitiert dabei von circa 480 Mio Euro.

Mit den Folgen der Klimaveränderung werden wir Landwirte jedoch allein gelassen.

Die Klimaschutzmaßnahmen festgelegt durchs BMEL

  1. Senkung der Stickstoffüberschüsse einschließlich Minderung der Ammoniakemissionen und gezielte Verminderung der Lachgasemissionen, Verbesserung der Stickstoffeffizienz
  2. Stärkung der Vergärung von Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft und landwirtschaftlichen Reststoffen
  3. Ausbau des Ökolandbaus
  4. Verringerung der Treibhausgasemissionen in der Tierhaltung
  5. Energieeffizienz in der Landwirtschaft
  6. Humuserhalt und -aufbau im Ackerland
  7. Erhalt von Dauergrünland
  8. Schutz von Moorböden, einschließlich Reduzierung der Torfverwendung in Kultursubstraten
  9. Erhalt und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder und Holzverwendung
  10. Nachhaltige Ernährungsweisen einschließlich Vermeidung von Lebensmittelabfällen und Programm zur Stärkung der Nachhaltigkeit in der Gemeinschaftsverpflegung der Bundesverwaltung

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