Obwohl Sorghum nicht allzu anfällig gegenüber Krankheiten und Schädlingen ist, und sogar in der Fruchtfolge die Entwicklung von Maisschädlingen unterbrechen kann, so sind in den letzten Jahren verschiedene Erreger und Schädlinge an Sorghumpflanzen beobachtet worden.
Maiswurzelbohrer
Aufgrund der Bildung von Blausäure in den Wurzeln der jungen Sorghumpflanzen, ist sie resistent gegenüber dem Westlichen Maiswurzelbohrer.
Maiszünsler
Was den Maiszünsler betrifft, so wurden Eiablagen auf den Sorghumblättern beobachtet. Zu erkennen sind befallene Pflanzen an abgeknickten Rispen. Allerdings ist Sorghum keine Wirtspflanze, weil sich die Larven es nicht schaffen bis in das Stängelinnere vorzudringen, um dort zu überwintern. In Körnerhirsebeständen, die gedroschen werden sollen, kann der Einsatz von Trichograma sinnvoll sein.
Blattläuse
Kurz vor dem Austritt der Rispe können Blattläuse Fraßschäden an den Blüten verursachen. Die Folge wäre ein geringerer Kornansatz. Besonders Körnerhirsen wären dann mit einem Ertragsverlust der Körner betroffen. Blattläuse wurden allerdings bisher nur in Einzelfällen gesichtet.
Vogelfraß
Frühe Körnerhirsesorten sind für Vögel besonders attraktiv. Vor der Ernte sollte hier deshalb ein besonderer Schutz zum Einsatz kommen.
Schadpilze
Jungpflanzen können von bodenfürtigen Schadpilzen befallen werden und Schaden nehmen. Im Wesentlichen ist hier die Rede von Mischinfektionen verschiedener Fusarium-, Phytium- und Rhizoctonia-Arten.
Lückenhafte Bestände und Probleme bei der Standfestigkeit können die Folge sein. Sporen überwintern auf befallenen Ernteresten im und auf dem Boden. Im Frühjahr werden dann die Keimlinge der nachfolgenden Kultur infiziert. Stresseinflüsse, der Wechsel von trockener, warmer Witterung mit kühlen und feuchten Perioden fördern die Ausbreitung der Schäden.
Eine Behandlung der Samen mit fungiziden Wirkstoffen reicht als Gegenmaßnahme nicht in jedem Fall aus. Ackerbauliche Strategien bieten weitere Möglichkeiten: durch Einarbeitung organischer Reste und Vermischung mit dem Boden kann die Verrottung gefördert und im Sinne einer wirksamen Bodenhygiene genutzt werden.
Eine harmonische Düngung mit besonderer Betonung der Kaliversorgung unterstützt die Abwehrkräfte der Pflanzen.
Die Entwicklung neuer Sorten mit verstärkten Resistenzen kann möglicherweise in den nächsten Jahren zur Problemlösung besonders in den bekannten Rhizoctonia – Befallsgebieten beitragen.
Blattkrankheiten
Sorghum ist anfällig, was Blattkrankheiten betrifft, wie Mais. Verschiedene Arten von Helminthosporium verursachen nach der Infektion graugrüne Blattflecken, die sich vergrößern und große Teile der Blattspreiten erfassen.
Auf den absterbenden Blättern entwickeln sich neue Pilzsporen, die wiederum zum Befall anderer Pflanzen fähig sind.
Besonders förderlich sind hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten, die die Blätter ständig feucht halten. Sporen werden vorwiegen durch Spritzwasser verbreitet und überdauern auf Ernteresten der Vorfrüchte.
Wirksame Gegenmaßnahmen sind verrottungsfördernde Bodenbearbeitungen, eine harmonische Düngung und der Anbau resistenter Sorten, die sich im vorhandenen Sortenspektrum anbieten.
Sorten mit hoher Anfälligkeit fallen teilweise durch erhöhte Trockensubstanzgehalte im Erntegut infolge einer unnatürlichen Blattabreife auf.