Holtmann Saaten

9 Tipps zur Frühjahrsbestellung beim Mais

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Den Start ins Maisjahr optimal beginnen

Mais stellt in vielen Agrarbetrieben die größte Ackerkultur dar. Dementsprechend wichtig ist es den Landwirten, dass Mais stabile Erträge auf einem hohen Niveau einbringt. Beste Voraussetzungen hierfür versprechen sich viele von einem schnellen Start ins Mais-Jahr.

Allerdings richtet sich der passende Aussaat-Termin nicht allein nach dem Kalender. Außerdem sind bei der Frühjahrsbestellung neben dem Ausssattermin noch weitere Faktoren zu beachten, um optimales Wachsen und Gedeihen sicherzustellen.

Neben den Temperaturen stellen nämlich auch Bodenfeuchte und Aussaatstärke die Weichen für den späteren Ertrag.

1. Mais möglichst frühzeitig säen?

In vielen Regionen haben sich die Bestelltermine für Mais in den letzten Jahren weiter nach vorne verschoben.

Während früher vielerorts Ende April oder Anfang Mai an eine Aussaat zu denken war, erfolgt diese heute teilweise Mitte April.

Der insgesamt früher stattfindende Vegetationsbeginn begünstigt diese Entwicklung zusätzlich.

Jedoch bedeutet das nicht, dass eine Maisaussaat stets frühzeitig und allein nach dem Kalender geschehen soll.

Vielmehr ist immer auch die Befahrbarkeit des Bodens besonders wichtig. Um diese zu gewährleisten, muss der Boden bereits bei Gülleausbringung, Bodenbearbeitung und Aussaat selbst im Unterboden genügend Wasser abgegeben haben.

Andernfalls ist keine Tragfähigkeit, die das Befahren zulässt, gegeben.

Prinzipiell lässt sich zum Aussaattermin außerdem sagen: Mit der Aussaat von Mais sollte erst dann begonnen werden, wenn eine Bodentemperatur von zumindest 8 Grad erreicht ist.

Diese Temperatur ist in einer Tiefe von 5 Zentimetern zu messen. Außerdem muss feststehen, dass diese Temperatur nachhaltig ist und nicht direkt wieder unterschritten wird.

Erfolgt die Aussaat zu einem früheren, kälteren Zeitpunkt, verlängert sich die Auflaufphase unnötig. Dies wiederum kann Keimlingsausfälle und damit verbundene, schlechtere Feldaufgänge nach sich ziehen.

Außerdem verschafft die verlängerte Auflaufphase auch Unkräutern einen „Vorsprung“.

Im ungünstigsten Fall macht das zusätzliche Herbizidmaßnahmen erforderlich.

2. Trockene Bedingungen bei der Bodenbearbeitung

Die Bodenbearbeitung zur Maisaussaat ist stets unter trockenen Bedingungen vorzunehmen. Das vermeidet eine unnötige Verdichtung des Bodens.

Außerdem werden vermeidbare Beanspruchungen so verhindert.  

Ziel der Bodenbearbeitung sollen die Durchlüftung und eine damit verbundene Erwärmung sein. Immer ist auch eine Intensivierung der Wasserleitfähigkeit beabsichtigt.

Bei der Bearbeitung ebenfalls relevant: Das optimal bereitete Saatbett sollte nicht feinkrümelig sein.

Das würde eventuelle Verschlämmungen begünstigen. Deshalb ist auch auf die Rückverfestigung des Bodens ausreichend zu achten.

3. Lager und Feldaufgang bei Mais

Frühe Saattermine haben einen frühzeitigen Feldaufgang zum Ziel.

Doch bedeutet ein früher Feldaufgang immer auch Mehrerträge?

Generell wird das Wachstum von Mais nicht nur von den Temperatursummen bestimmt.

Vielmehr wird es auch von der vorherrschenden Tageslänge gesteuert.

Die generative Phase, also die der Maisblüte und der darauffolgenden Kolbenfüllung, wird durch die längeren Tage ab Ende Juni „eingeläutet“.

Der frühe Feldaufgang begünstigt daher vor allem die vegetative Maisentwicklung.

Gelungene Frühsaaten werden von zeitlich späteren Maisbeständen im Längenwuchs meist nicht übertroffen.

Allerdings weisen die später auflaufenden Bestände meist dünnere Stängel, einen höheren Kolbenansatz und geringere Kolbenanteile auf.

Außerdem ist es notwendig, das Längenwachstum bei späteren Feldaufgängen innerhalb eines kürzeren Zeitraums zu realisieren.

Deshalb sind später aufgelaufene Bestände oft lageranfälliger als langsamer gewachsene Bestände.

Die Lageranfälligkeit wird außerdem maßgeblich von der Bestandsdichte beeinflusst. In einem dichteren Bestand konkurrieren einzelne Pflanzen intensiver um Wasser, Licht und Nährstoffe.

Wird die Stand- und Lichtraumkonkurrenz größer, wachsen die Pflanzen stärker in die Höhe und bilden dünnere Stängel. Hierdurch weist die Einzelpflanze aufgrund des höheren Kolbenansatzes eine verschlechterte Statik auf.

Im schlechtesten Falle wird hierdurch die Stabilität des Gesamtbestandes gefährdet.

4. Saatdichte für optimale Erträge beachten

Reichen die Wasserreserven in besonders trockenen Jahren nicht aus, ist keine ideale Ertragsbildung möglich.

Welche Wasserreserve ausreichend ist, hängt aber stets mit der Bestandsdichte zusammen: Je dichter der Bestand, desto weniger Bodenwasser steht der einzelnen Pflanze nämlich zur Verfügung.

Wächst der Bestand gerade anfangs stark und dicht, reichen Wasserreserven zwar oft für einen üppigen Aufbau.

Setzt dann jedoch schon zur Blüte Trockenstress ein, leiden bereits Befruchtung oder Korn- bzw. Kolbenfüllung aufgrund des Wassermangels.

Ist die Bestandsdichte sehr hoch, nimmt deshalb oft der Kolbenanteil ab oder sogar der Anteil kolbenloser Maispflanzen zu.

Sind wenige Kolben gebildet oder die Kornanlagen reduziert, ist selbst bei später verbesserten Bedingungen nur mit eingeschränkten Erträgen zu rechnen.

Sinnvoll kann es daher sein, den Bestand dünner zu gestalten. Welche Saatdichte konkret ratsam ist, hängt von der verwendeten Sorte, der Anbauzone sowie dem Verwendungszweck ab.

Üblicherweise empfehlen Saatguthersteller aber 80.000 bis 100.000 Körnern je Hektar. Dichter sollte auf keinen Fall gesät werden.

Aktuelle Versuche der Landwirtschaftskammer NRW zeigen, dass gerade in trockenen Jahren eher sogar noch unter 80.000 Pflanzen pro Hektar optimal ist.

Liegt der Mais dichter, kann er sich aufgrund des Platzmangels und der höheren Wahrscheinlichkeit einer Wasserknappheit oft schlechter entwickeln.

5. Auf die Fruchtfolge achten

Dort, wo zuvor Mais gesäat wurde, ist Mais auch erneut ohne weitere Ertragseinbußen anbaubar. Dennoch ist eine geregelte Fruchtfolge sinnvoll.

Schließlich fördert sie Humusgehalt und Bodenstruktur. Außerdem wirkt sie zuverlässig Nährstoffverlusten sowie problematischen Unkräutern entgegen.

Was die genaue Fruchtfolge betrifft, folgt der Maisanbau oft dem Ackergrünland oder einer Zwischenfrucht. Insbesondere in besonders nassen Frühlingen ist es jedoch möglich, dass eine Schnittnutzung der Fläche die Maisaussaat nach hinten verschiebt.

Hieraus können sich negative Konsequenzen für die spätere Maisqualität ergeben.

Nach der Bewirtschaftung mit einer Zwischenfrucht liegen die Erträge beim Maisanbau oft etwas niedriger als nach der Gründüngung.

Das zeigen Praxisversuche aus der Schweiz.  

Außerdem ließ sich ein um etwa 8 Prozent geringerer Kolbenanteil verzeichnen.

Ist eine vorausgehende Schnittnutzung angedacht, muss daher abgewogen werden: Ist für den Betrieb eher ein hoher Futterertrag durch Schnittnutzung oder der bestmögliche Maisertrag besonders wichtig?

6.Bodenstruktur und Humusgehalt

Haben Böden eine solide Bodenstruktur und einen höheren Humusgehalt, leidet Mais bei Trockenheit weniger stark.

Dementsprechend sollte sowohl auf eine gute Struktur des Bodens als auch auf einen passenden Humusgehalt hingearbeitet werden.

Durch die Verbesserung der Bodenstruktur wird außerdem Erosionen sowie Veschlämmungen vorgebeugt.

Auch deshalb ist es wichtig, stets auf humusfördernde Maßnahmen zu achten.

Hierzu ist es etwa möglich, Mist einzubringen, Ernterückstände auf dem Feld zu belassen oder Grünland anzubauen.

Zur Förderung der Bodenstruktur hingegen ist es sinnvoll, beispielsweise für größere Maiskörner ein gröberes Saatbett zu belassen.

Außerdem sollte vermieden werden, den Boden vor dem Säen für längere Zeit unbedeckt zu belassen.

Hierdurch könnten nämlich Bodenkrümel der oberen Schicht witterungsbedingt verloren gehen.

7. Die richtige Tiefe für die Saatgutablage

Bei Mais liegt die ideale Tiefe zur Saatgutablage bei etwa 4 bis 6 Zentimetern.

Bei schweren Böden sollte dabei – aufgrund ihrer höheren Erwärmbarkeit – eine Tiefe von 4 Zentimetern gewählt werden.

Bei leichteren Böden ist meist eine Tiefe von 6 Zentimetern ideal.  

Soll auf der Fläche durch Blindstriegeln außerdem Unkraut minimiert werden, ist eine Tiefe von 5 Zentimetern ratsam.

Außerdem empfiehlt es sich dann, wenn Krähen häufiger Probleme verursachen, den Mais etwas tiefer zu legen.

8. Die richtige Saattechnik und die passende Düngung

Wie genau die Maisfläche zu düngen ist, hängt von der verwendeten Saattechnik ab.

Das bedeutet: Wurde die Fläche gepflügt und weist sie eine gute Bodenstruktur auf, ist meist bereits die Mineralisierung aus dem Boden ausreichend.

Üblicherweise genügt sie, um den Stickstoffbedarf des Maiskeimlings zu decken.

Wurde der Mais allerdings als Direktsaat gesät, fällt die Stickstoffmineralisierung des Bodens geringer aus.

Dann ist es ratsam, mit zwischen 30 und 40 kg/ha Stickstoff zu düngen.

Beste Ergebnisse sind dabei im Wege der Unterfußdüngung erreichbar.

Außerdem ist schwerpunktmäßig zu Anfang der Wachstumsphase zu düngen (mit Eintritt in das Sechsblattstadium).

Experten empfehlen zu diesem Zeitpunkt – in Abhängigkeit vom Nmin-Gehalt­ – circa 80 bis 100 Kilogramm Stickstoff.

9. Wirtschaftsdünger für Mais

Die Nährstoffe aus Wirtschaftsdünger werden von Mais gut verwertet.

Sofern im Betrieb verrotteter Mist vorhanden ist, kann dieser direkt vor einer Bodenbearbeitung ausgebracht und oberflächlich eingearbeitet werden.

Allerdings sind insgesamt nicht über 20 t/ha Rindermist auszubringen. Andernfalls kann der Stickstoff vom Boden nicht optimal genutzt und die Nährstoffe durch den Mais nicht aufgenommen werden.

Außerdem ist die Ausbringung von Gülle unmittelbar vor der Saat möglich. Dabei sind etwa 25 m3/ha angebracht.

Überdies ist eine zusätzliche Ausbringung von Gülle als Kopfdüngung möglich, sobald der Mais eine Wuchshöhe von 10 Zentimetern erreicht hat.

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