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Podcast 136: Zwischenfrüchte vor Mais: So wird aus Standard echte Strategie

Stoppel & Halm – der Landwirte-Podcast Folge 136

Viele Betriebe setzen seit Jahren auf Zwischenfrüchte vor Mais. Bodenstruktur, Humusaufbau, Nährstoffbindung – alles spricht dafür. Doch genau hier liegt die Gefahr: Was sich bewährt hat, wird selten hinterfragt. Und genau das kann zum Problem werden.

Denn Zwischenfrucht ist nicht gleich Zwischenfrucht. Unkrautunterdrückung funktioniert nur, wenn Saatbett, Artenwahl und Timing wirklich passen. Ein hoher Samenvorrat im Boden oder schlechte Etablierung können die Wirkung komplett aushebeln. Statt Konkurrenz für Unkraut entstehen neue Probleme – oft erst sichtbar nach mehreren Jahren.

Auch die Mischung entscheidet: Senf und Ölrettich sind stark bei Feuchte, Phacelia punktet in trockenen Bedingungen. Klingt simpel, ist aber in der Praxis hochkomplex. Falsch zusammengestellte Mischungen – etwa mit dominanten Leguminosen – können die Konkurrenzkraft deutlich schwächen.

Dazu kommen Risiken in der Fruchtfolge: Kreuzblütler fördern Krankheiten wie Kohlhernie, Leguminosen können zu Müdigkeit führen, und manche Arten entwickeln sich selbst zum Problem in Folgekulturen. Zwischenfrüchte können sogar als „grüne Brücke“ für Krankheiten und Schädlinge wirken.

Und dann ist da noch der Wasserfaktor: Nutzen oder Risiko? Beides ist möglich. Entscheidend ist das Management. Zu spät beendet – Wasser weg. Richtig gesteuert – bessere Wasserhaltefähigkeit und stabile Erträge, gerade in trockenen Jahren.

Unser Fazit im Podcast: Zwischenfrüchte sind kein Selbstläufer. Wer sie nicht aktiv steuert, riskiert langfristig Ertragsverluste statt Vorteile.

Jetzt reinhören in die neue Folge von Stoppel & Halm und das eigene System auf den Prüfstand stellen.👇