20.000 Produkte, die Mais enthalten sollen mittlerweile auf dem Markt sein. Ob als Futtermittel, Geschirr oder Kraftstoff, mit Mais scheint alles möglich zu sein.
Futtermittel
Mais als Silage aus CCM (Corn-Cob-Mix), Lieschkolbenschrot oder aus Körnermais dienen Rindern, Schweinen, Geflügel und Pferden als wichtiger Energiegeber.
Mais ist, aufgrund eines hohen Energiegehaltes und einem wenigen Rohfasern, sehr gut verdaulich und macht ihn deshalb so beliebt.
In der Maiskeimöl-Herstellung fallen zudem viele Abfallprodukte an, die in der Futtermittel-Industrie Zuspruch finden: Maiskeim-Extraktionsschrot und Maiskuchen, Maiskleberfutter, Maiskleie sowie Maisfuttermehl.
Trockenmüllerei/Ernährungsindustrie
Körnermais wird in der Trockenmüllerei mit circa 300.000t pro Jahr verarbeitet.
Maismehl kommt in vielen verschiedenen Lebensmitteln vor. Als Popcorn oder Cornflakes kennt es jeder. Aber auch versteckt findet es sich als Maisstärke, Maismehl, in vielen Produkten wieder, beispielsweise in: Fertigsuppen, Soßen, Joghurt, Desserts, Speiseeis und anderen Tiefkühlprodukten. Selbst in Ketchup und Fischkonserven ist es enthalten. Auf Zutatenlisten findet man es als Zucker unter Namen wie Glukosesirup, Maltose oder Fructose. So ist es in Getränken, Süß- und Backwaren vertreten.
Stärkemittelindustrie
Maisstärke findet sich nicht nur in der Ernährungsindustrie wieder, sondern auch in der Papier- und Pappe-Herstellung. Hier wird die Nachfrage immer weiter steigen, da Mais in Form von Stärke als Füllstoff im Altpapier benötigt wird. Pro Tonne produziertem Papier beträgt der Stärkeanteil rund 16,2 kg.
In der Textilindustrie findet man Maisstärke in T-Shirts, in der Medizin als sich auflösendes Nahtmaterial oder im täglichen Gebrauch in Einmalhandschuhen, Windeln, Bettunterlagen.
Bei der Herstellung von Chemikalien und Pharmazeutika dient Maisstärke als Baustein in den Verarbeitungsprozessen.
Bio-Plastik
Ab 2021 ist unter anderem Plastikgeschirr in der EU verboten. Esschalen, Trinkbecher und Bestecke gibt es mittlerweile schon kompostierbar. Der Hauptbestandteil ist auch hier Maisstärke, die zuerst in Dextrose umgewandelt wird und von da in Milchsäure gespalten wird. Zuletzt entsteht eine Polymilchsäure (PLA), ein klarer Kunststoff aus nachwachsendem Rohstoff.
Mais kann man als kompostierbares Bioplastik ebenso in Mülltuten, Tragetaschen, Verpackungschips, Versandtaschen, Schalen für Fleisch, Gemüse, etc. finden.
Sogar in Papierkörben, Seifenschalen, USB-Sticks und essbare Öko-Spielzeug ist Mais verwendet worden.
Mulchfolie und Aufzuchttöpfe mit Maisanteil finden Gebrauch in der Landwirtschaft.
Biotreibstoff
Mais gehört neben Weizen, Raps, Zuckerrüben, Zuckerrohr und Soja zu den wichtigsten nachwachsenden Rohstoffen für Biotreibstoff.
In den USA wird ein Drittel der Gesamternte in Bioethanol verwandelt, Tendenz steigend. Auch in der EU hält der Biokraftstoff Einzug und so schreibt die Biokraftstoff-Richtlinie den verstärkten Einsatz von Biotreibstoff vor.
Bereits 2009 wurden dem Diesel 7 % Bioanteil hinzugefügt. Als E10 findet man seit 2011 den Treibstoff in Benzinfahrzeugen wieder.
Biogas
Mais hat den höchsten Biogasertrag je Hektar unter allen anderen Pflanzen. Seit 2005 wurde deshalb immer mehr Energiemais angebaut. Fruchtfolgen bestanden immer mehr aus Mais und die Artenvielfalt nahm ab. Daraufhin hat die Politik einen „Maisdeckel“ eingeführt, der besagt, dass aktuell nur noch 50 Masseprozent Mais und Getreide als Substrat eingesetzt werden dürfen und ab 2021 sogar nur 44 Masseprozent.
Ölbindemittel
Aus Maisspindeln (entkörnten Maiskolben) wird durch Zerkleinern, Sieben und Entstauben ein Maisgranulat gewonnen. 1 Kilogramm Maisspindelgranulat kann bis zu 1,2 Liter Dieselöl binden.